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Gedanken zur Lesereihenfolge

von Stephan Eggersglüß
veröffentlicht am 26. Februar 2006

Empfehlungen zur Reihenfolge des Lesens von Tolkiens Werken

Oft kommt die Frage auf, in welcher Reihenfolge man denn Tolkiens Bücher lesen soll, da man gehört hat, dass diese auch zeitliche Abfolgen haben. Natürlich gibt es nicht die perfekte Reihenfolge, aber hier sind ein paar Anregungen, in welcher Reihenfolge man es lesen könnte. Selbstverständlich wird nicht zuviel verraten, der Spaß beim Lesen soll ja noch bleiben.
Vielleicht entdeckt so mancher, welcher die Bücher schon alle oder teilweise gelesen hat, ja auch sich selbst als Erstleser wieder.

Die „normale“ Variante

Der Herr der Ringe » Der Hobbit » Das Silmarillion » Der Herr der Ringe » Nachrichten aus Mittelerde » History of Middle-earth

Als Einstieg wird sehr oft der Der Herr der Ringe gewählt, weil dieser das bekannteste Werk von J.R.R. Tolkien ist. Danach ist man auf den Geschmack gekommen und wählt den direkten Vorgänger des Buches Der Herr der Ringe: Der (kleine) Hobbit, da man somit das fehlende Stück nachholen möchte, über das im Herr der Ringe schon so viel erzählt wurde.
Ist die Leidenschaft für Mittelerde erstmal richtig entfacht, möchte man nun die gesamten Hintergründe aus Tolkiens Werk entdecken, denn der Herr der Ringe und der Hobbit sind voll von Andeutungen aus einer früheren Zeit, die anscheinend voller Abenteuer gewesen ist. Deswegen schnappt man sich nun das Silmarillion und will eintauchen in die gesamte Welt von Tolkien. Nach ein paar Stunden legt man das Werk erst einmal wieder beiseite, denn der Anfang ist merkwürdig mythologisch und kompliziert. Rein gar nicht so, wie man es sich vorgestellt hatte.
Zum Glück lässt man sich nicht beirren, und nimmt das Buch nach ein paar Tagen (Stunden) wieder in die Hand. Nach dieser kleinen Pause kommt man dann doch zu den Abenteuern, die man von vorne herein erwartet hatte. Nachdem man das Silmarillion nun durchgearbeitet hat und sich nicht mal die Hälfte aller Namen merken konnte, liest man möglicherweise nochmal den Herr der Ringe, um nun das gesammelte neue Wissen über die Welt mit einbinden zu können.
Oder man schreitet sogleich zu Nachrichten aus Mittelerde, welches nun erweiterte Geschichten bietet. Neben der Erweiterung des Wissenshorizonts bemerkt man nun zum ersten Mal, dass es verschiedene Versionen von manchen Geschichten gibt, welche sich zum Teil widersprechen. Zum Glück erläutert J.R.R. Tolkiens Sohn Christoper die Umstände in seinen Kommentaren.
Wenn dieses einen nicht abschrecken kann, dann ist man gut gerüstet für HoMe: History of Middle-earth. Hier werden in 12 Bänden so ziemlich alle früheren Versionen und jede Menge neue Details von Tolkien aufgezeigt. Gott sei Dank gibt es Christopher, ohne dessen Kommentare man verloren gegangen wäre. Leider sind nur die ersten beiden Bände (Das Buch der verschollenen Geschichten) auf Deutsch übersetzt worden, bei den anderen Bänden sind Englisch-Kenntnisse vonnöten.

Die „zeitliche“ Variante

Das Silmarillion » Der Hobbit » Der Herr der Ringe » Nachrichten aus Mittelerde » The History of Middle-earth

Diese Variante ist etwas für Hartgesottene, denn das Silmarillion ist das Geschichtsbuch Mittelerdes, ein Band, welches den Hintergrund für Herr der Ringe bilden soll. Dementsprechend kann der Leser dieser Variante mit der Fülle an Informationen gar nichts so richtig anfangen. Hat er dieses Buch trotzdem verinnerlicht, kommen ihm die vielen Informationen beim Lesen des Hobbit und des Herr der Ringe zugute, welche zeitlich nach dem (oder eher am Ende des) Silmarillion liegen. Problematisch wird es in dem Sinne, dass man das Ende schon weiß, da es in ein paar kurzen Sätzen im Silmarillion erklärt wird. Aber in Zeiten des Films sollte dies für die meisten kein Problem sein.
Die nötigen Informationen, welche das Silmarillion nicht liefert und der Hobbit und der Herr der Ringe offen lassen, werden dann durch Nachrichten aus Mittelerde geliefert. So ist man dann richtig gewappnet für die History of Middle-earth.

Die „zeitlich-korrekte“ Variante mit Spoilern

Das Silmarillion » Nachrichten aus Mittelerde » Der Hobbit » Der Herr der Ringe » The History of Middle-earth

Diese Variante spricht vor allem solche an, die nicht so viel Wert auf Erzählungen in Romanform legen und die Informationen lieber als Fakten präsentiert bekommen.
Mit dem Silmarillion, welche man zuerst liest, bekommt man den groben Überblick über die gesamte Historie von Tolkiens Welt. Besonders erfreuenswert ist der Umstand, dass sich Tolkien hier nicht mit „langatmigen“ Geschichten abgibt, sondern die Erzählungen meist klein hält und nicht mit Fakten und neu eingeführten Personen geizt. So lässt sich doch einigermaßen schnell ein guter Wissenstand über die Welt aufbauen.
Da diese Historie aber nun doch einige Lücken hinterlässt, werden, sofort als man das Silmarillion beendet, die Nachrichten aus Mittelerde bestellt, da dieser Name gut präsentierte Informationen verspricht.
Diese fangen zwar mit altbekannten Geschichten an, aber schon nach kurzer Zeit wird man merken, dass diese Geschichten neue Informationen beinhalten, welche das Silmarillion nicht hatte. Nachdem diese gierig aufgesogen wurden, werden gänzlich neue Fakten präsentiert, welche das Silmarillion nur am Rande behandelt hatte.
Allerdings handelt das Ende des Buches von Geschehnissen, welche woanders beschrieben sein müssten. Deshalb wird nach diesem Buch sogleich der Hobbit und der Herr der Ringe gekauft, da diese die Geschehnisse genau behandeln sollen.
Nachdem diese auf der Suche nach neuen Informationen überflogen wurden, hört man von einer Reihe von englischen Büchern, welche eine Unmenge von Informationen liefern solle. Sofort wird der erste Band von The History of Middle-earth besorgt...

 

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