von André Gand
veröffentlicht am 03.11.2006

Frank Weinreich, geboren 1962, studierte Kommunikationswissenschaften, Philosophie und Politikwissenschaften an der Universität Bochum und promovierte 2004 an der Universität Vechta zum Doktor der Philosophie. Seit 2001 arbeitet er als freier Autor und Lektor (http://www.textarbeiten.com). Weinreich ist Mitherausgeber des Jahrbuchs der Deutschen Tolkien Gesellschaft Hither Shore, sowie der tolkienbezogenen Reihe „Stein und Baum“. Band 2 dieser Reihe - eine Geschichtensammlung verschiedener Autoren - erscheint in Kürze unter dem Titel Mittelerde ist unsere Welt - Wie es 'wirklich' war. Im November 2006 erscheinen außerdem die beiden Bände Tolkien and Modernity, welche Weinreich gemeinsam mit Thomas Honegger herausgibt. Weitere Informationen sind auch der privaten Website Weinreichs unter http://www.polyoinos.de zu entnehmen.
Wir freuen uns, dass Frank Weinreich sich die Zeit genommen hat, einige Fragen zu beantworten. Die Fragen stellte André Gand.
André: Wie bist Du zu Tolkien gekommen?
Frank Weinreich: Ich habe als Kind mit dem Hobbit angefangen und bald auch den HdR gelesen. Ich weiß aber nichts Genaues mehr über das erste Mal, denn die vielen Lektüreerlebnisse gehen in der Erinnerung ineinander über.
André: Wie bist Du dazu gekommen, Texte zu Tolkien/Mittelerde zu schreiben?
Frank Weinreich: Ich bin nach und nach reingerutscht, indem ich anfing zu verschriftlichen, was Freunde von mir über Tolkiens Werke wissen wollten.
André: Was bedeuten Tolkiens Werke für Dich?
Frank Weinreich: Wunderbare Literatur; sie sind alles, was Bücher sein können.
André: Was würdest Du Tolkien heute fragen/sagen, wenn Du die Gelegenheit hättest?
Frank Weinreich: Wie wären die Zeitreisegeschichten The Lost Road und The Notion Club Papers weitergegangen?
André: Wenn Du eine Person in Mittelerde sein könntest, welche wäre das (und warum)?
Frank Weinreich: Ach nee - lieber nicht.
André: Welches ist Deine liebste Tolkien-Geschichte/-Textstelle?
Frank Weinreich: Oh je, da ist so viel Schönes. Besonders schön ist beispielsweise die Stelle im Kapitel The Road to Isengart in Two Towers, wo Gimli Legolas von den Höhlen von Aglarond erzählt. Tolkien konnte nicht nur belebte Natur beschreiben, sondern auch die Schönheit der unbelebten wunderbar in Szene setzen.
André: Was machst Du (beruflich oder privat), wenn Du nicht gerade über Tolkien schreibst?
Frank Weinreich: Beruflich: Bücher schreiben oder lektorieren. Privat: mit meinem Sohn etwas unternehmen, lesen, schreiben, tauchen, Computerspiele.
André: Wie stehst Du zur Jackson-Verfilmung?
Frank Weinreich: Viele Fehler, manche inhaltliche Fehlinterpretation, aber es hätte alles viel schlimmer kommen können und Jackson hat einen besseren Job gemacht als zu erwarten gewesen wäre!
André: Carroux- oder Krege- Übersetzung: Hast Du dazu eine Meinung?
Frank Weinreich: So schlecht wie immer gesagt wird, ist Krege gar nicht. Aber die Übersetzung Carrouxs ist die bessere. Nur konnte Krege dafür wahrscheinlich nichts, denn der Verlag wollte unbedingt einen „modernen“ Text - schade.
André: Bist Du Mitglied in tolkienbezogenen Organisationen?
Frank Weinreich: Ja, in der Deutschen Tolkien Gesellschaft.
Dank an Frank Weinreich für die Beantwortung der Fragen.
Weinreichs Internetseite ist unter http://www.polyoinos.de/ erreichbar.
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