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Besprechung von Der Herr der Ringe (Ausgabe von 2008)

J.R.R. Tolkien und Margaret Carroux (Übers.)
Der Herr der Ringe
Stuttgart: Klett-Cotta, 2008.
[ISBN 978-3-608-93830-2, 128.00 €, Amazon]

von André Gand
veröffentlicht am 11.07.2009

 

Im Herbst 2008 erschien bei Klett-Cotta eine neue Ausgabe der älteren Übersetzung von The Lord of the Rings, die von Margaret Carroux angefertigt wurde. Die Neuausgabe zeichnet sich durch einen überarbeiteten Text und einige spezielle Ausstattungsmerkmale aus - und auch durch einen speziellen Anschaffungspreis: 128 € sind für so manchen Geldbeutel nicht erschwinglich. Der recht hohe Preis ist dadurch begründet, dass es sich um eine luxuriös ausgestattete Lederausgabe handelt, die zudem auf 7777 Exemplare limitiert ist.

Konzentrieren möchte ich mich in dieser Besprechung einzig auf Inhaltliches, also auf die Änderungen, die am Text vorgenommen wurden. Es wurden zwar sehr viele Textstellen verbessert, allerdings enthält die Ausgabe leider auch einige wenige Fehler im Text, die in vergangenen Ausgaben bereits erkannt und verbessert waren.

Einige verschiedene Carroux-Fassungen der Vergangenheit

Die Übersetzung von Margaret Carroux stammt aus den Jahren 1969/70. Grundlegend überarbeitet wurde sie von Roswith Krege-Mayer für die 1991 erschienene, rote, einbändige Ausgabe [HdR-1991]. Der 1991 revidierte Text ist in den verschiedenen Auflagen dieser Ausgabe und auch in der 1996 herausgegebenen Gutenberg-Ausgabe [HdR-1996] enthalten (u.a. enthält der Text der 1991 revidierten Ausgaben das in vorherigen Ausgaben fehlende Kapitel der Anhänge in einer Übersetzung von Helmut W. Pesch).
In der siebenbändigen Jubiläumsausgabe von 1997 [HdR-1997] (die zusätzlich erstmals Wolfgang Kreges Hobbit-Übersetzung enthielt) wurde der Text weiter verbessert, so dass der Text der Jubiläumsausgabe der bis zum Erscheinen der Ausgabe von 2008 aktuellste Text der Carroux-Übersetzung war [1Anmerkung 1
Allerdings fehlen in der Jubiläumsausgabe die kompletten Anhänge.
].
Sowohl die Jubiläumsausgabe als auch die roten Ausgaben von 1991ff. sind jedoch seit einer ganzen Weile nur noch antiquarisch zu beschaffen, beim Verlag sind sie längst vergriffen.
Bis vor Kurzem konnte man eine dreibändige, weiße Ausgabe der Carroux-Übersetzung [HdR-1987] im Verlag Klett-Cotta erhalten, die jedoch leider den älteren Text - den von vor der Überarbeitung von 1991 (also ohne Krege-Mayers Überarbeitungen) - enthält, wie man ihn auch in der grünen Taschenbuchausgabe [HdR-1972] der Carroux-Übersetzung findet [2Anmerkung 2
Wobei anzumerken ist, dass z.B. die grüne Ausgabe im Laufe der Jahre hier und da bei manch einer neuen Auflage auch leicht textlich geändert wurde, allerdings handelte es sich meist nur um Ausbesserung von Rechtschreibfehlern.
] [3Anmerkung 3
Auf weitere Ausgaben der Carroux-Übersetzung gehe ich an dieser Stelle nicht ein, sondern empfehle diesbezüglich den Artikel Ausgaben der Carroux-Übersetzung von Frank Biede.
].

Mögliche Motivation für die Durchsicht der Neuausgabe

Bekanntlich erschien bei HarperCollins im Jahre 2004 die '50th Anniversary Edition' von Lord of the Rings [LotR-2004], bearbeitet von Wayne G. Hammond und Christina Scull, die viele Ausbesserungen am Text der englischen Ausgabe enthält. Bereits ein Jahr später wurde dann eine revidierte Ausgabe der '50th Anniversary Edition' [LotR-2005] veröffentlicht, in der nochmals (allerdings wesentlich weniger) Textänderungen vorgenommen wurden. Die Änderungen am Text sind alle sorgfältig in dem von Hammond und Scull herausgegebenen Werk The Lord of the Rings. A Reader's Companion [Hammond] [4Anmerkung 4
Das Werk The Lord of the Rings. A Reader's Companion ist im Übrigen sehr empfehlenswert - wie so gut wie jedes von Hammonds und Sculls Werken.
] aufgezeigt. Die reine Auflistung der Verbesserungen umfasst dort 29 Seiten.

Auf diesen 29 Seiten sind zwar viele der verbesserten Schreib- und Zeichensetzungsfehler genannt, aber es gibt auch eine merkliche Zahl an inhaltlichen Änderungen. Die Gründe für die inhaltlichen Änderungen sind an anderer Stelle in The Lord of the Rings. A Reader's Companion ausführlich erläutert und es würde zu weit führen, sie hier alle zu nennen - einige Beispiele jedoch folgen im weiteren Verlauf dieser Besprechung.

Nun sind ein paar zugefügte Kommata oder ausgebesserte Rechtschreibfehler in einer englischen Ausgabe nicht unbedingt relevant für die deutsche Übersetzung von Carroux. Allerdings betreffen die Änderungen am Inhalt sehr wohl auch eine deutsche Ausgabe, denn auch eine deutsche Übersetzung muss inhaltlich ausgebessert werden, wenn man mit dem Text aktueller englischer Ausgaben konform gehen möchte.

Es ist lobenswert, dass man sich bei Klett-Cotta dazu entschloss, bei den Vorbereitungen zu der nun neu vorliegenden Ausgabe auch den Text durchsehen zu lassen und u.a. die Änderungen der englischen '50th Anniversary Edition' zu berücksichtigen - man hätte ja auch einfach den bisher vorliegenden Text ungeprüft neu veröffentlichen können.

Mit diesem Anliegen wurde Lisa Kuppler beauftragt. Kuppler beschäftigt sich seit langen Jahren mit Tolkiens Werken und ist sicher eine geeignete Wahl für die Durchsicht gewesen. Bei der Durchsicht solch einer Übersetzung sollte man sich nicht nur genauestens mit dem übersetzten Text von Frau Carroux, sondern auch mit all den im Laufe der Jahre durchgeführten Überarbeitungen auskennen. Weiterhin ist selbstverständlich genaueste Kenntnis der verschiedenen anderen Texte Tolkiens, aus denen man Rückschlüsse für eine Übersetzung ziehen kann, notwendig. Das bekannteste Beispiel für solch einen Text Tolkiens ist wohl die Nomenclature, eine Übersetzungshilfe, die insbesondere Empfehlungen zur von Tolkien gewünschten Bedeutung der in Lord of the Rings enthaltenen Eigennamen gibt. Die Nomenclature lag Carroux auch vor und wurde 1975 dann in A Tolkien Compass [Lobdell] in einer von Christopher Tolkien bearbeiteten Version der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Version erschien unter dem Titel Guide to the Names in The Lord of the Rings auch in The Lord of the Rings. A Reader's Companion. Aber auch weitere Ergebnisse aktueller Tolkien-Forschung flossen in den durchgesehenen Text ein.

Änderungen aufgrund der Überarbeitung der englischen Ausgabe

Eines der ersten Beispiele für eine inhaltliche Änderung, die auf den Änderungen der '50th Anniversary Edition' beruht, findet man in der besprochenen Ausgabe gleich ziemlich zu Beginn des Textes: im Prolog [5Anmerkung 5
In den unrevidierten Fassungen des Carroux-Textes (der Fassung ohne Krege-Mayers Überarbeitungen von 1991) wurde „Prologue“ noch mit „Einführung“ übersetzt. Seit dem revidierten Text von 1991 heißt es auch in deutschen Ausgaben der Carroux-Übersetzung „Prolog“.
]. In der vorliegenden Ausgabe von 2008 heißt es:

„Nach dem Roten Buch maß Bandobras Tuk (der Bullenrassler), Sohn von Isembras dem Dritten, sogar vier Fuß und fünf Zoll (...)“ (18)

Wirft man einen Blick in eine ältere Ausgabe (hier in die erste Auflage der 1991 erschienenen von Krege-Mayer revidierten Fassung des Textes), liest sich der Satz noch:

„Nach dem Roten Buch maß Bandobras Tuk (Bullenraßler), Sohn von Isegrim dem Zweiten, sogar vier Fuß und fünf Zoll (...)“ (HdR-1991, 17)

Hier zeigt sich, dass am Inhalt geändert wurde [6Anmerkung 6
Geändert wurde auch die Rechtschreibung, was z.B. an der Schreibung „Bullenrassler“ statt „Bullenraßler“ deutlich wird. Der Hintergrund hierzu ist natürlich, dass der gesamte Text der Ausgabe von 2008 an die aktuell gültigen Rechtschreibregeln angepasst wurde.
]. Bullenrassler hat - scheinbar - einen neuen Vater bekommen, nämlich Isembras III. statt Isegrim II. Den Grund für die Änderung finden wir in dem bereits mehrfach erwähnten Reader's Companion von Hammond und Scull: Eine Inkonsistenz innerhalb des Werks. In den Stammbäumen in Anhang C hatte Tolkien Bullenrassler um eine Generation „nach unten“ verschoben, so dass Isegrim dessen Großvater (und nicht mehr sein Vater) wurde. Diese Änderung der Genealogie wurde aber im Prolog nie verbessert, so dass sie als Ungereimtheit auch in allen englischen Ausgaben von Lord of the Rings bestand. Anhand von anderen Versionen der Texte in HoMe 6 und HoMe 12 habe man nun aber Tolkiens zuletzt favorisierte Version herausgefunden und den Text im Prolog entsprechend angeglichen.

Inhaltliche Änderungen dieser Art gibt es mehrere. So werden aus den sechs Ponies, von denen Merry bei den Vorbereitungen der Reise berichtet, dass sie in einem Stall bereitstünden, nun fünf Ponies (130). Die ursprünglich auch in englischen Ausgaben genannte Zahl von sechs Ponies stammte noch aus einem Entwurf, in dem Tolkien Fredegar Bolger mitreisen lassen wollte. Ebenfalls noch im ersten Buch wird ein ganzer Satz ersatzlos gestrichen: „Hinter ihnen ging auch Heinrich, der Torwächter, hinaus.“ ist in dieser Ausgabe nicht mehr enthalten, begründet mit einer von Tolkien selbst verfassten Notiz („Cut out Harry - he is unnecessary.“), die schon längst bekannt war - nur hatte bisher nie jemand diesen Satz an der Stelle entfernt. Aber auch neue Sätze sind zugefügt worden: „Streicher wird euer Führer sein. Und nun, denke ich, ist es Zeit, dass ihr ins Bett geht und schlaft, so gut ihr könnt.“ (200, der zweite zitierte Satz ist neu).

Eine der Änderungen der englischen Ausgabe wurde nicht übernommen: in Reader's Companion wird berichtet, dass der Eintrag für „Galadriels Spiegel“ im Anhang in englischen Ausgaben vom 14. Februar um einen Tag auf den 15. Februar geändert wurde. Diese Änderung fehlt in Kupplers Text, was allerdings überhaupt nicht schlimm ist, denn die Datumsänderung ist unter Tolkien-Forschern umstritten. Kuppler kennt sicher die entsprechenden Diskussionen zu dieser Thematik und wird ihre Entscheidung wohl überlegt haben.

Änderungen an bisherigen Übersetzungen

Auch einige der nicht mehr ganz zeitgemäßen Formulierungen Carroux' hat man geändert, so etwa der Satz „Morgen werden wir ein hartes Stück Wegs haben.“, der nach „Morgen haben wir ein hartes Stück Weg vor uns.“ geändert wurde (200). Es lassen sich also auch weitere Änderungen finden, die ihren Ursprung nicht in den Änderungen der englischen Ausgabe haben, sondern eine reine Angelegenheit der deutschen Übersetzung sind. Die Änderungen machen nicht bei Satzumstellungen oder Vermeidung von zu sehr tümelnden Begriffen Halt, sondern äußern sich auch darin, dass einige Eigennamen geändert wurden. Zwar nicht bei Hauptpersonen, Frodo heißt immer noch „Beutlin“ mit Nachnamen, aber bei einigen Ortsnamen: das in der alten Fassung der Übersetzung als „Buckelstadt“ übersetzte „Tuckborough“ wurde nun neu mit „Tuckbergen“ übersetzt (23), „Brandy Hall“ nun mit „Brandygut“ (24, alte Fassung: „Brandyschloß“), „Bridgefields“ mit „Brückenfelde“ (131, alt: „Brückengau“) usw. usf. - alleine auf der Karte „Ein Teil des Auenlandes“ wurden neun Namen geändert.

Viele der Namensänderungen sind direkt nachvollziehbar. So hatte Tolkien dem niederländischen Übersetzer für die Übersetzung von „Pincup“ geschrieben: „Pincup would, of course, not be analyzable by a modern Englishman, but is of a well-known pattern, containing bird/animal name and hop "recess, retreat". In this case the bird-name is pinnuc, pink (a finch or sparrow).“ [Hammond, lviii-lix]. Carroux kannte diesen Wunsch Tolkiens wahrscheinlich nicht, jedoch scheint mit diesem Wissen die von ihr gewählte Übersetzung „Felsmulde“ keine gute Entsprechung der Wünsche Tolkiens zu sein. Kuppler hat stattdessen „Finkenschlupf“ gewählt - weitaus passender, wenn man Tolkiens Anmerkung kennt.

Verwirrend scheint die Neuübersetzung des Ortsnamens „Nobottle“. Die alte von Carroux gewählte Übersetzung lautet „Ohnbüttel“, in Kupplers überarbeitetem Text steht nun „Neuhausen“. In Reader's Companion können wir nachlesen [Hammond, 771], dass das Wort „Nobottle“ mit Wörtern wie „Newbold“ und „Nobold“ verwand ist und „new building“ bedeuten würde. Dazu passt Kupplers „Neuhausen“ zwar wunderbar, jedoch wird in Nomenclature als deutsche Entsprechung von „-bottle“ sogar die deutsche Endung als Beispiel angegeben: „-büttel“. Deutsche Ortsnamensendungen „-hausen“ und „-büttel“ meinen zwar eigentlich Ähnliches („-büttel“ hat in etwa die Bedeutung von „Haus und Hof“), jedoch verwirrt es, Tolkiens eigenen Vorschlag nicht zu finden, obwohl er in der älteren Fassung des Carroux-Textes verwendet wurde. Die Änderung des Namens wird sicherlich schon gut durchdacht gewesen sein (möglicherweise, um eine Ähnlichkeit mit anderen auf „-büttel“ („Landbüttel“ etc.) endenden Worten zu vermeiden), nur auf den ersten Blick verwirrt sie. Hier wünschte man sich eine Erläuterung, die Anmerkungen zu den Änderungen in dieser neuen Ausgabe macht.

Kleine Fehlerchen

Bei der Durchsicht der neuen Ausgabe sind mir allerdings ein paar Fehler aufgefallen - manche deuten daraufhin, dass man nicht die zu jenem Zeitpunkt aktuelle Fassung des Textes als Grundlage genutzt hat.

In Kapitel 10 des vierten Buches heißt es im englischen Original (Fettung von mir):

„Now the orc-tower was right above him, frowning black, and in it the red eye glowed.“ (LotR-2005, 733)

Das englische Wort „right“ hat verschiedene Bedeutungen: „rechts“, aber auch „direkt“ (oder „genau“). Aus dem Kontext des Kapitels wird deutlich, dass sich der Turm links von ihm (gemeint ist Sam) befand, daher wäre die Übersetzung mit „rechts“ nicht richtig. Carroux übersetzte seinerzeit mit der Bedeutung, die nicht gemeint ist:

„Der Orkturm war jetzt rechts über ihm, und das rote Licht in ihm glühte noch.“ (HdR-1991, 741)

Diese Unzulänglichkeit in der alten Carroux-Fassung ist unter Tolkien-Freunden, die sich näher mit den Übersetzungen beschäftigen, bestens bekannt. Bekannt sogar so sehr, dass sie bereits parodiert wurde: in Myk Jungs Der Herr der Ohrringe [Jung, 82] wird genau dieser Sachverhalt auf's Korn genommen. Weiterhin fehlte der alten Übersetzung der Teil „frowning black“, der im Original bei Tolkien steht.

Die entsprechende Textstelle wurde auch schon längst revidiert, nämlich in der siebenbändigen Jubiläumsausgabe von 1997. Dort steht:

„Der Orkturm war jetzt genau über ihm und blickte finster auf ihn herab, und in ihm glühte das rote Auge.“ (HdR-1997, Buch 4, 165)

Damit wurde genau die beabsichtigte Bedeutung von „right“ getroffen und außerdem der fehlende Satzteil ergänzt.

Überrascht war ich jedoch, als ich in Kupplers Text lesen musste, dass diese richtige und gute Ausbesserung von damals nicht enthalten ist und wieder die in älteren Ausgaben zu findende, falsche Übersetzung geschrieben steht:

„Der Orkturm war jetzt rechts über ihm, und das rote Licht in ihm glühte noch.“ (807)

Die letzte Neuausgabe einer Carroux-Übersetzung vor der vorliegenden Ausgabe von 2008 war die Ausgabe von 1997. In der Zeit dazwischen wurde an der Carroux-Übersetzung nichts geändert, denn der Verlag konzentrierte sich auf die andere Übersetzung von Wolfgang Krege. Weshalb man dann aber nicht die Ausgabe von 1997 als Grundlage nutzte, sondern stattdessen eine ältere Fassung (nämlich die von 1991) heranzog, ist mir schleierhaft.

Auch tauchen neue Fehler auf, die in vorherigen Ausgaben nicht vorhanden waren. In Kapitel 8 des fünften Buchs findet sich ein Beispiel. Bei Tolkien steht in aktuellen Ausgaben:

„And one of the guards answered...“ (LotR-2005, 862)

In älteren Carroux-Fassungen wurde geschrieben:

„Und einer der Wächter antwortete...“ (HdR-1991, 867)

In Kupplers Text findet man stattdessen:

„Und einer der Heiler antwortete...“ (947)

Weiterhin scheint bei manchen Namen nicht ganz eindeutig, ob man diese so wie im englischen Original belassen oder eine deutsche Namensübersetzung wählen möchte. Im Text wird der in englischen Ausgaben „Isumbras“ genannte Vater von Bandobras Tuk als „Isembras“ (18) angegeben, während im Stammbaum in Anhang C der englische Name „Isumbras“ zu finden ist (1224). Ähnlich verhält es sich mit dem Großvater von Bandobras, der im Text mit „Isegrim“ (25), aber im Stammbaum mit „Isengrim“ (1224) angegeben wird.

Fazit

Für die Durchsicht des Textes wurde allem Anschein nach eine nicht ganz aktuelle Fassung des Carroux-Textes genutzt und daher lassen sich ganz wenige Fehler in der vorliegenden Ausgabe finden, die eigentlich schon einmal korrigiert wurden. Man kann nur hoffen, dass für die für August 2009 angekündigte neue Ausgabe [HdR-2009] diese Textstellen verbessert werden.

Was der Ausgabe meiner Ansicht nach jedoch fehlt, sind Informationen zu Textänderungen durch Lisa Kuppler, denn der Leser wird im Dunkeln gelassen, weshalb beispielsweise manche Namen in der Übersetzung nun anders lauten. Es findet sich zwar ein kleiner Hinweis im Impressum, dass diese Ausgabe neu durchgesehen wurde, aber man hätte sich so etwas wie ein „Vorwort zur 2008 durchgesehenen Ausgabe“ gewünscht, in dem zumindest ein paar Erläuterungen gegeben werden, weshalb man diese Ausgabe bearbeitet hat, wie umfangreich die Bearbeitungen waren und welche Quellen man als Grundlage für die Bearbeitungen genutzt hat. Gereicht hätte da ein vielleicht zwei- oder dreiseitiger Text, so wie er beispielsweise in der '50th Anniversary Edition', von Hammond und Scull verfasst als 'Note on the 50th Anniversary Edition', enthalten ist.

Davon abgesehen weist der Text eine Vielzahl an guten, sinnvollen und wohlüberlegten Änderungen auf, ohne dabei den Stil der Übersetzung von Margaret Carroux zu verlieren. Die Änderungen, die kürzlich in den englischen Ausgaben durchgeführt wurden, wurden so gut wie alle übernommen, so dass die vorliegende Ausgabe inhaltlich den englischen Ausgaben sehr nahe kommt. Das mit dieser Ausgabe begonnene Projekt von Klett-Cotta und Lisa Kuppler sollte unbedingt weitergeführt werden, so dass mit jeder neuen Ausgabe entdeckte Fehlerchen ausgemerzt werden.

Wer zu diesem Zeitpunkt mit dem Gedanken spielt, sich eine aktuelle Carroux-Fassung zuzulegen, sollte noch eine kleine Weile warten, denn die für August 2009 angekündigte Ausgabe ist deutlich günstiger zu erhalten - allerdings enthält diese nicht die Luxusausstattung [7Anmerkung 7
Auf die Luxusausstattung bin ich jedoch nicht weiter eingegangen. Daher in aller Kürze: Schafsledereinband, Dünndruckpapier, Prägung auf Vorderseite und Buchrücken in Echtgoldfolie, zwei Lesebändchen, farblich passender Schuber, zweifarbige Einsteckkarte.
] der hier besprochenen Ausgabe von 2008.

Anmerkungen

[1]Allerdings fehlen in der Jubiläumsausgabe die kompletten Anhänge.
[2]Wobei anzumerken ist, dass z.B. die grüne Ausgabe im Laufe der Jahre hier und da bei manch einer neuen Auflage auch leicht textlich geändert wurde, allerdings handelte es sich meist nur um Ausbesserung von Rechtschreibfehlern.
[3]Auf weitere Ausgaben der Carroux-Übersetzung gehe ich an dieser Stelle nicht ein, sondern empfehle diesbezüglich den Artikel Ausgaben der Carroux-Übersetzung von Frank Biede.
[4]Das Werk The Lord of the Rings. A Reader's Companion ist im Übrigen sehr empfehlenswert - wie so gut wie jedes von Hammonds und Sculls Werken.
[5]In den unrevidierten Fassungen des Carroux-Textes (der Fassung ohne Krege-Mayers Überarbeitungen von 1991) wurde „Prologue“ noch mit „Einführung“ übersetzt. Seit dem revidierten Text von 1991 heißt es auch in deutschen Ausgaben der Carroux-Übersetzung „Prolog“.
[6]Geändert wurde auch die Rechtschreibung, was z.B. an der Schreibung „Bullenrassler“ statt „Bullenraßler“ deutlich wird. Der Hintergrund hierzu ist natürlich, dass der gesamte Text der Ausgabe von 2008 an die aktuell gültigen Rechtschreibregeln angepasst wurde.
[7]Auf die Luxusausstattung bin ich jedoch nicht weiter eingegangen. Daher in aller Kürze: Schafsledereinband, Dünndruckpapier, Prägung auf Vorderseite und Buchrücken in Echtgoldfolie, zwei Lesebändchen, farblich passender Schuber, zweifarbige Einsteckkarte.

Literaturangaben

HammondWayne G. Hammond und Christina Scull (Hgg.), The Lord of the Rings. A Reader's Companion, London: HarperCollins, 2005, revised 2008 [ISBN 978-0-00-727060-6].
HdR-1972J.R.R. Tolkien, M. Carroux (Übers.), E.-M. von Freymann (Übers.), Der Herr der Ringe, Stuttgart: Klett-Cotta, 1972 [ISBN 3-608-95211-X].
HdR-1987J.R.R. Tolkien, M. Carroux (Übers.), E.-M. von Freymann (Übers.), Der Herr der Ringe, Stuttgart: Klett-Cotta, 1987 [ISBN 3-608-95536-4].
HdR-1991J.R.R. Tolkien, M. Carroux (Übers.), E.-M. von Freymann (Übers.), H.W. Pesch (Übers.), R. Krege-Mayer (Revision), Der Herr der Ringe, Stuttgart: Klett-Cotta, 1991 [ISBN 3-608-95855-X].
HdR-1996J.R.R. Tolkien, M. Carroux (Übers.), E.-M. von Freymann (Übers.), H.W. Pesch (Übers.), R. Krege-Mayer (Revision), Der Herr der Ringe, Frankfurt/Main: Büchergilde Gutenberg, 1996 [Lizenzausgabe].
HdR-1997J.R.R. Tolkien, M. Carroux (Übers.), E.-M. von Freymann (Übers.), R. Krege-Mayer (Revision), W. Krege (Übers. Der Hobbit), Die Geschichte des großen Ringkrieges [enthält Der Herr der Ringe und Der Hobbit], Stuttgart: Klett-Cotta, 1997 [ISBN 3-608-93320-4].
HdR-2008J.R.R. Tolkien, M. Carroux (Übers.), H.W. Pesch (Übers.), L. Kuppler (Revision), Der Herr der Ringe, Stuttgart: Klett-Cotta, 2008 [ISBN 978-3-608-93830-2].
HdR-2009J.R.R. Tolkien, M. Carroux (Übers.), E.-M. von Freymann (Übers.), H.W. Pesch (Übers.), L. Kuppler (Revision), Der Herr der Ringe, Stuttgart: Klett-Cotta, [August] 2009 [ISBN 978-3-608-93828-9].
JungMyk Jung, Der Herr der Ohrringe, Norderstedt: Books on Demand, 2001 [ISBN 3-8311-2496-5].
LobdellJared Lobdell (Hg.), A Tolkien Compass, La Salle, Ill.: Open Court, 1975 [ISBN 0-87548-316-X].
LotR-2004J.R.R. Tolkien, The Lord of the Rings [50th Anniv. Ed.], London: HarperCollins, 2004 [ISBN 978-0-261-10320-7].
LotR-2005J.R.R. Tolkien, The Lord of the Rings [50th Anniv. Ed. Revised], London: HarperCollins, 2005 [ISBN 978-0-261-10325-2].

 

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